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Aus Sicht des Stadtvereins ist die derzeit vorliegende Planung aus dem Jahr 2007 für einen großen Rathausanbau mit ca. 7 Mio € geschätzten Baukosten keine nachhaltige und absolut keine „billige" Lösung. Die bisher für die Vorplanungen dieses Neubaus ausgegebenen Planungskosten liegen bei ca. 180.000 € und betragen somit gerade einmal 2.5% der Gesamtbaukosten.

„Dass eine solide Planung Geld kostet, und bei einem Projekt dieser Größenordnung gut 20% der Baukosten beansprucht, ist sicher allen Verantwortlichen bekannt. Bei 7 Mio. € Baukosten wären das dann 1,4 Mio € Planungskosten" stellt Matthias Schwanke vom Stadtverein fest. Die Stadt und ihre Bürger sollten angesichts dieser Größenordnungen Wert auf eine vernünftige Unterstützung des Planungsprozesses in der AG Rathaus legen.

Die AG Rathaus wurde vom Stadtverein vorgeschlagen, weil es seit April 2010 aufgrund der offensichtlichen Abweichungen zwischen Bedarf und Planungen zu einer wachsenden Kritik an dem 7-Millionen-Projekt kam. „Unser Vorschlag für diese Arbeitsgruppe soll es allen Fraktionen ermöglichen, sich in einem neutralen Umfeld, durch Moderation zielgerichtet unterstützt und ergebnisoffen mit dieser komplexen Frage zu beschäftigen", so der Fraktionsvorsitzende des Stadtvereins. Die fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe wurde im November von der SVV beschlossen und wird durch das Büro Seebauer unterstützt, das bereits den öffentlichen Prozess zum Leitbild der Stadt Hohen Neuendorf erfolgreich begleitet hat. Martin Seebauer selbst ist unter anderem Mediator und Stadtplaner.

Ein falsch dimensioniertes, zu großes oder unflexibles Rathaus kostet uns jetzt und in Zukunft viel Geld. Eine wirklich passende, vielleicht auch erweiterbare Lösung könnte möglicherweise 2-3 Mio. € einsparen, und würde helfen, die dringend benötigte Erweiterung rasch umzusetzen.

Die Fraktion Stadtverein richtet daher ihre Bitte an die Bürger und alle Fraktionen: Unterstützen Sie den Planungsprozess und die 'Arbeitsgruppe Rathaus' weiterhin, damit wir konstruktiv und zügig in der SVV zu mehrheitsfähigen Beschlüssen kommen.

„Ohne einen breit angelegten Konsens über alle Fraktionen mit breiter Zustimmung der Bürger Hohen Neuendorfs, wird die größte gestalterische und bauliche Herausforderung, die der Stadt noch bleibt, nicht genutzt werden" ist Dr. Guretzki überzeugt. „Ohne diesen Kontext wird die vielleicht einmalige Chance vertan, ein zukunftsfähiges, bürgerfreundliches und attraktives Rathaus zu schaffen, und es in ein städtebaulich ansprechend gestaltetes Umfeld einzuordnen", ergänzt Harald Güther als Sachkundiger Einwohner im Stadtentwicklungsausschuss.