Beides hat in Hohen Neuendorf keinen Vorrang.

Zu diesem Eindruck muss kommen, wer die letzte Stadtverordnetenversammlung vor der Kommunalwahl in Hohen Neuendorf  verfolgt hat.
Da gab es den gemeinsamen Antrag "Solidarität mit Fridays for Future" von Stadtverein, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke als einen der letzten Tagesordnungspunkte.
Vorbild für diesen Antrag ist die Stadt Konstanz, die zukünftig alle ihre Entscheidungen auf den Klimaprüfstand stellt.

Da jedem Stadtverordneten klar sein musste, dass der Antrag aus Zeitgründen nicht mehr behandelt werden würde, beantragte der Stadtverein den Tagesordnungspunkt an die erste Stelle zu setzen. Das wurde von der Mehrheit der Fraktionen CDU und SPD abgelehnt.

Wichtiger war ihnen offenbar, den von der Verwaltung vorgelegten Lärmaktionsplan zu beschließen. An diesem Planwerk ist die Öffentlichkeit, also die betroffenen Bürger, zu beteiligen, mit "angemessenen Fristen und ausreichender Zeitspanne" für jede Phase der Mitwirkung.

Nach Ansicht des Stadtvereins ist die Verwaltung dem aber nicht ausreichend nachgekommen. Es gab lediglich eine Terminankündigung auf der Internetseite der Stadt zu einer Veranstaltung, an der dann EIN Bürger teilgenommen hat. Ein einziger Bürger!
Da muss sich jeder vernünftige Mensch fragen, was an der Ankündigung und der Beteiligung schief gelaufen ist.

Diese Frage wollten sich aber weder die SPD- noch die CDU-Fraktion stellen. Tenor: Man könne den Bürgern nicht hinterherlaufen und die Ausschusssitzungen wären ja ohnehin öffentlich.

Deutlicher kann man seine Abneigung gegen Bürgerbeteiligung wohl kaum ausdrücken.

Für jedes andere Ereignis, sei es der Bürgerhaushalt oder ein Konzert am Wasserturm, wird in der Stadt ausreichend plakatiert und geworben, aber hier, beim wichtigen Lärmaktionsplan, hält man eine Information im Internet für ausreichend.

Damit schließt sich der Kreis: Bürgerbeteiligung und Klimaschutz haben in Hohen Neuendorf keinen Vorrang.